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Der einstige „Golden State“ Kalifornien hat heute mit 12,2 Prozent eine der höchsten Arbeitslosenraten aller US-Bundesstaaten und mit Baa das niedrigste Bondrating.
Kalifornien steht in gewisser Hinsicht für ganz Amerika: Nicht nur, weil der Bundesstaat mit seinen 45 Millionen Einwohnern 15 Prozent zum US-BIP beisteuert. Zwar lässt sich das Budgetdefizit von 26 Milliarden Dollar nicht direkt mit dem mehr als eine Billion Dollar tiefen Loch im US-Bundeshaushalt vergleichen. Doch beide reflektieren einen langjährigen Mangel an Disziplin und an der Einsicht, dass das Gewinnwachstum durch eben jenen exzessiven Fremdkapitaleinsatz und Anstieg der Vermögenspreise getrieben wurde, welche die Wirtschaft gemeinsam in Richtung Abgrund führten. Kaliforniens Vermögen-, Einkommen-, und Umsatzsteuern wurden durch nationale und internationale Ungleichgewichte künstlich aufgebläht. Diese entstanden in Folge eines Kreislaufs, in dem Amerika Papiergeld und Asien Waren produzierte. Dieses Karussell konnte sich nicht ewig drehen und ob Bear Sterns, Lehman Brothers oder die tumultartige Woche danach zum Stillstand führten, ist nicht wirklich wichtig.
Doch nicht nur die USA, auch Großbritannien, Spanien und einige Staaten Osteuropas werden Probleme haben, in einer Weltwirtschaft zu bestehen, in der sich der Kapitalismus von seinem jahrzehntelangen Fokus auf Finanzen und fremdkapitalgehebelte Risiken in ein konservativeres, regulierteres, produktionsorientiertes System wandelt, das auf Sparsamkeit basiert.