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Jahrelang wurden die Wachstumsraten der US- und anderer kapitalistischer Volkswirtschaften nach oben verzerrt durch massiven Fremdkapitalaufbau, immer neue Verbriefungsstrukturen und den Glauben, dass Wachstum eine Funktion der Vermögenswerte statt der Produktion von Waren und Dienstleistungen sei.
Man lag in dieser Ära phasenweise weit besser mit Investitionen in unproduktive Wertpapiere wie Subprime, Dotcoms und teilweise sogar Blue Chips und Investmentgrade- oder Staatsanleihen als mit Investitionen in Maschinen und Fabriken. Ein solches System höhlt das produktive Potenzial des Wirtschaftssystems aus. Die politischen Entscheidungsträger – etwa die US-Notenbank, das US-Finanzministerium und die Einlagensicherung (FDIC) – müssen die Vermögenspreise aber weiter stützen, um das nominale BIP-Wachstum auf historische Niveaus zurückzubringen.
Die in Folge der Rally seit März deutlich gesunkenen Risikoprämien würden aber rasch wieder steigen ohne die staatlichen Garantien und die Null-Prozent-Strafzinsen der Notenbank, welche Anleger quasi zwingen, ihre Cashbestände irgendwie zu investieren. Der breite US-Anleihenmarkt bietet derzeit rund 3.5% Rendite. Wer mehr möchte, muss in Anlagen wie Aktien oder High Yield investieren. Diese werden vielleicht noch kurze Zeit von den Stützungsmaßnahmen und der vagen Hoffung auf eine kräftige V-förmige Konjunkturerholung profitieren. Doch diese Hoffnung trügt und die Rallye dürfte trotz politischer Unterstützung ihren Höhepunkt schon bald überschritten haben.
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